Prinzip des Transversalträger-Tibeaplateaus (TTTP)
Anordnung des TTTP
Kongruenz
Operationsverfahren


Prinzip des Transversalträger-Tibiaplateaus (TTTP)

Aus den vorangehenden Überlegungen habe ich das Prinzip des Transversalträger- Tibiaplateaus (TTTP) entwickelt und in Deutschland patentieren lassen (DE10057675). Im Rahmen der Prioritätsfrist erfolgten weitere Anmeldungen (WO0241809, EP1335684, US2004044414, CA2425523) sowie eine aktuelle Anmeldung des konkreten Modells mit weiteren Ausführungen.

Ziel war es ein Kniegelenks-Endoprothesesystem zu entwickeln, welches den Erhalt beider Kreuzbänder bei hoher Stabilität und sicherer Implantatverankerung ermöglicht. Eine ausführliche Beschreibung ist der Patentanmeldung zu entnehmen, im Folgenden soll auf die wesentlichen Punkte eingegangen werden. Die Bild 3-1 zeigt eine Ausführungsform nach der Erfindung:

back Anordnung des TTTP

Im Wesentlichen besteht das (TTTP) aus zwei einzelnen Tibiaplateaus (3), welche unterhalb der Gelenkflächen über Gelenkflächenträger auf einem Transversalträger (4) abgestützt werden (Bild 3-1).
Durch diese Anordnung können die im Kapitel 3 beschriebenen Verankerungsprobleme mit zu kurzen Stems/Flügeln vermieden werden. Die Dimensionierung ist im Vergleich zum dünnen Steg aus [Bild 2-1 b]

weniger limitiert und eine Torsionsbelastung wird durch die Ausrichtung unter den Plateaus vermieden, so daß mit einem Implantatbruch bei geeigneter Ausführung nicht zu rechnen ist. Die Schwierigkeiten der operativen Technik im Hinblick auf die Implantatverankerung werden durch entsprechende Ausbildung der Verbindung zwischen den Plateaus (3) und dem Transversalträger (4) so gelöst, daß die Plateaus von ventral eingebracht werden können. Eine verringerte intraoperative Aufklappbarkeit des Kniegelenks durch den vorderen Kreuzbanderhalt ist somit unproblematisch. Weiterhin wird auf diese Weise eine dauerhafte korrekte Ausrichtung der beiden Plateaus zueinander gewährleistet, welche im Gegensatz zur Verwendung zweier separater unicondylärer Schlittenprothesen eben nicht gesichert ist. Durch den Zugewinn an Kniestabilität allein schon durch den zusätzlichen Erhalt des VKB können die Inlays (2) wahlweise beweglich gestaltet werden. Dabei kann auf das Anbringen von Führungen und Anschlägen im gleichen Maß verzichtet werden, wie der Zugewinn an Stabilität durch den VKB-Erhalt mit sich bringt. Möglicherweise können bei geeigneter Ausführung solche Zusatzvorrichtungen ganz weggelassen werden. Hierdurch kann eine Scherkraftbelastung des TTTP im Vergleich zu PCR-Prothesen mit beweglichen Inlays noch weiter reduziert werden, was sich in Verbindung mit der sicheren Verankerung auf lange Sicht in höheren Standzeiten widerspiegeln dürfte.

back Kongruenz

Außerdem können daher die Kontaktflächen zwischen Inlays (2) und Femurkomponenten (1) hochkongruent gestaltet werden, was den PE-Verschleiß reduziert und auch zu langen Standzeiten beitragen soll. Prinzipiell können bei entsprechender Anpassung an die Inlayoberflächen die gleichen Femurkomponenten wie bei den PCR-Prothesen verwendet werden, was eine Mitbehandlung einer Femoropatellararthrose erlaubt. Aber auch eine Verwendung des TTTP in Verbindung mit zwei separaten Femurkomponenten im Sinne der unicondylären Schlittenprothesen ist denkbar und eröffnet so die Möglichkeiten der minimalinvasiven Versorgung.

back Operationsverfahren

Das Operationsverfahren zum Einbringen des TTTP entspricht in den meisten Punkten den gängigen bekannten Operationstechniken. Je nach Zugangsart kann eine kleine zusätzliche Inzisur zum Einbringen des Transversalträgers von der Seite her notwendig werden.

Es sind verschiedene Implantationsreihenfolgen, je nach Ausführungsform der Verbindung zwischen Tibiaplateau bzw. Gelenkflächenträger und dem Transversalträger, möglich: zuerst Implantation der Tibiaplateaus von vorn und anschließendes Einbringen des Trägers zur Sicherung und Abstützung von der Seite her, oder umgekehrt.

Beim Erhalt beider Kreuzbänder ist zur Aufrechterhaltung der Funktion dieser eine sehr genaue Rekonstruktion der Gelenkebene erforderlich. Der Forderung kann zum einen durch entsprechende Radienauswahl der Femurkomponente (1) und zum anderen durch stufenlos anpaßbaren posterioren Slope (a) des Transversalträger- Tibiaplateaus (TTTP, 3+4) entsprochen werden. Es ist daher eventuell von Vorteil, zunächst den Transversalträger (4) einzubringen und auszurichten. Die Varus-/Valgusachse und die Rotation könnten z.B. durch Verwenden eines zuerst eingebrachten K-Drahtes mittels BV kontrolliert und anschließend bei Belassen des Drahtes die Form des Trägers überbohrt bzw. überstanzt werden.

Mit geeignetem Implantationswerkzeug kann dann der physiologische Slope (a) abgegriffen und genau eingestellt werden. Über eine Arretierung und Ausrichtung von Schnittblöcken am Träger bzw. Probewerkzeug werden anschließend die Gelenkflächenlager entsprechend präpariert. Die Anwendung von Navigationssystemen kann die Ausrichtung gegebenenfalls sinnvoll ergänzen.

back